Motion Laurin Hoppler und Konsorten quartierbezogene autofreie Tage um die nachhaltige Mobilität stärker in die Bevölkerung zu tragen

· Motionen

Während die Treibhausgas-Emissionen in vielen Sektoren rückläufig sind, haben siesich im Verkehr in den letzten Jahren zu wenig bewegt. Die aktuellen Maßnahmenreichen nicht aus, um genügend C02 einzusparen und der Klimakrise entgegen zuwirken. Mitschuld an dieser Situation hat ein simpler Grund: Anders als zum Beispiel die energetische Isolation eines Hauses, ist Mobilität Gewohnheitssache. Menschen bewegen sich tendenziell so fort, wie sie es auch schon am Vortag und inder letzten Woche gemacht haben. Das Resultat: Die Veränderung der Mobilitätsgewohnheiten hin zu umweltfreundlichen Verkehrsmittel verändert sich nurträge.

Autofreie Tage sind ein etabliertes und in der Bevölkerung gern gesehenes Mittelvieler Städte, um neuen Schwung in die festgefahrene Verkehrspolitik, sowie auchdie Gewohnheiten der Bevölkerung zu bringen. In Basel gibt es zwar bereits die „Umwelttage" und die „Mobilitätswoche", autofreie Tage sind bis anhin jedoch nicht Teil davon. Dieses Konzept könnte jedoch gut in bestehende Angebote einfließen: Inder Stadt Bern wird das bereits gemacht: Dort werden autofreie Tage in Quartierenim Rahmen der „Berner Umwelttage" umgesetzt(1): Menschen kommen, unabhängig von ihremsozialen Status, mit Fahrrädern, Skateboards, Trottinetts oder zu Fuß im Freienzusammen, um den so gewonnenen Raum gemeinschaftlich zu erleben und zu nutzen. Umnicht immer die ganze Stadt abzuriegeln, beschränkt sich die autofreie Zone immerauf ein Quartier, welches dann bespielt werden kann. Zudem sollen Ausnahmen für Not-und Lieferfahrzeuge sowie für Pikettdienste möglich sein. Auch sollte deröffentliche Verkehr nicht eingeschränkt werden.

Die Wirkung und das Ziel autofreier Tage geht weit über die bloße CO2-Reduktion aneinem bestimmten Tag hinaus. Solche Tage ermöglichen der Bevölkerung, sich ihreStadt mit wesentlich weniger Autos vorzustellen. Sie stellen große öffentliche Flächen zur Verfügung, die anderweitig genutzt und aufgewertet werden können. Siedurchbrechen die starren Verkehrsroutinen und geben einen Anreiz, neue Mobilitätsgewohnheiten zu etablieren. Somit können autofreie Tage Auslöser einer Veränderung in Richtung nachhaltiger Mobilität sein, die weit über diesen Tag hinausgeht. Auf diese Weise wird der Wandel zu einer nachhaltigen Mobilität stärkerin die Bevölkerung getragen, wenn nicht sogar angestoßen. Das autofreie Leben erlebbar zu machen ist auch eine der Stossrichtungen, in welche die Mobilitätsstrategie zur Umsetzung des Gegenvorschlags der „zämme-besser Initiativen" gehen will. Autofreie Tage, ähnlich wie sie in Bern bereits umgesetzt werden, könnten dabei als konkrete Maßnahme mitgedacht werden.

Die Motionär:innen beauftragen darumden Regierungsrat, quartierbezogene autofreie Tage einzuführen und sie mit einer Kommunikation zu begleiten welche hilftaufzuzeigen, dass eine autoärmere und verkehrsberuhigte Stadt zu mehr Lebensqualität führt.

Unterzeichnende:

Laurin Hoppler, Franz-Xaver Leonhardt, Harald Friedl, Raffaela Hanauer, Joël Thüring, Beatrice Messerli, Lea Wirz, Tonja Zürcher, Fleur Weibel, Claudio Miozzari, Alexandra Dill, Jérôme Thiriet, Marianne Hazenkamp-von Arx, Stefan Wittlin, Salome Bessenich, Oliver Bolliger, Oliver Thommen, Johannes Sieber, Heidi Mück, Patrizia Bernasconi

1Vgl. httpjs://www.bern.ch/themen/umwelt-natur-und-energie/nachhaltigkeit/umwelttage

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